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Blaue Blumen zu Allerseelen

März
2019

Nr. 1

Santo Piazzese

Blaue Blumen zu Allerseelen

Ein Palermo-Krimi

übersetzt von Monika Lustig

Alles deutet daraufhin, dass es sich bei den insgesamt
fünf Ermordeten um Mafiaopfer handelt. Doch Schutz­gelderpressung, Geldwäscheanlagen, die als Verräter zur Selbststrangulierung Gefesselten sind nur die Beigabe
zum eigentlichen Verbrechen. Zu dieser Wahrheit gelangt Kommissar Vittorio Spotorno durch gradweise Annäher­ung, Fokussieren der geringfügigsten Details, und so entsteht ein hervorragend ineinander laufender Plot,
in dem „nichts rein zufällig, nichts wirklich erfunden ist.“

Der Anfang: eine lebhafte Szene aus der Jugendzeit des ermittelnden Kommissars Spotorno im Stadtviertel Il Sacramento; er und seine Freunde (Notfreundschaften aus Einsamkeit, die einzigen Schüler, die einen Vater mit Festanstellung hatten) Rosario (der Rote) und Diego
(der Blonde) sammeln am Strand Austern für ihre Lehrerin, Signorina Lo Giudice, deren Leiche gerade mit eingeschla­genem Schädel abtransportiert wird. Bereits damals wusste er: wenn er einmal groß ist, wird er Kommissar. Und dann, viele Jahre später verfolgt Spotorno bei den Ermittlungen seinen eigenen Lebensweg zurück und wird sich bewusst, dass auch er vom sog der Lawine (Il soffio della valanga, der Originaltitel) hätte erfasst und wie seine Kameraden ins Verderben gezogen werden können.

(aus dem aktuellen Vorwort des Autors) … das Genre Krimi und Noir, da man ruhig behaupten darf, dass es sich für die Deutung heutiger Städte als besonders geeignet erweist. Hinter der polizeilichen Ermittlung verbirgt sich nämlich oft die Erforschung der gesellschaftlichen Subjekte. Der Roman, Die Verbrechen in der Via Medina-Sidonia offeriert, zusammen mit seinem Nachfolger Das Doppelleben von
M. Laurent
… eine Sicht auf Palermo, die als anormal definiert wurde.

Mehr als von Anomalie wäre es vielleicht korrekter,
im wortwörtlichen, das heißt im geometrischen Sinne,
von Exzentrizität zu sprechen, da das Thema Mafia das Zentrum ist, von dem ich mich wegbewegt habe.
In Wirklichkeit war mein zentrales und dringliches Anliegen beim Schreiben, die Mafia als eine Palermo­immanente Realität darzustellen, die derart empirisch erfahrbar ist, dass anders als in Andeutungen über sie
zu sprechen, zum verzichtbaren Beiwerk wird. Es handelt sich bei diesen Krimis also nicht um Stories ohne Mafia, sondern um solche ohne die Mafia als Hauptakteur. Dennoch eignet ihnen eine bemerkenswerte dramatische Substanz, und das trotz der scharfen Ironie, von der sie durchdrungen sind. Jean-Claude Izzo, der vor einigen Jahren verstorbene Schriftsteller aus Marseille, hat sie gar unter die Noirs aus dem Mittelmeerraum eingereiht, deren „Stammbaum bis zur griechischen Tragödie zurückreicht“.

Mit dem vorliegenden Roman Blaue Blumen zu Allerseelen, der jetzt dank der Hartnäckigkeit meiner „historischen“ Übersetzerin Monika Lustig glücklich in deutschen Landen gelandet ist, ändert sich alles. Anstelle des Protagonisten der ersten beiden, des Ich-Erzählers Lorenzo La Marca, Flaneur, Universitätsdozent und unfreiwillig in die Rolle des Detektivs geraten, tritt Kommissar Vittorio Spotorno, sein Freund und Trauzeuge, auf den Plan. Und der ist von Berufs wegen befugt, sich mit Mafiadelikten zu befassen; überdies wird in der dritten Person erzählt, was der Handlung mehr Objektivität verleiht.

(…) In einem Kapitel der Verbrechen erfährt man
von einem Mafia-Doppelmord, der nun zum Gegenstand der Ermittlungen in Blaue Blumen geworden ist. Immer schon hat mich die Möglichkeit fasziniert (und ergötzt), nichtparallele literarische Universen zu schaffen,
die interagieren, sich ausdehnen und Wege nehmen,
die sich am Ende überschneiden, wie es häufig auch
in der Realität der Fall ist, ohne dass wir uns dessen bewusst sind.

Das Palermo, das aus diesem dritten Roman aufscheint, hat vermeintlich nur wenige Berührungspunkte mit der emanzipierten, höchstlebendigen City der ersten beiden, ja, an manchen Stellen wirkt es geradezu antithetisch, unkommunikativ und manchmal wie von einem düsteren Schleier umgeben. 

In Wahrheit leben diese Städte Seite an Seite, zusammen mit vielen anderen, und sind unter den Augen derer,
die Lust haben, sie zu sehen. Was sich zwischen den
ersten beiden und dem dritten Roman verändert,
ist der Blickwinkel des Beobachters. Denn La Marca
und Spotorno können aufgrund der Unterschiede bei Beruf, bürgerlichem Stand und sozialer Kontakte nicht ein und dieselbe Sichtweise teilen. Und wenn die Stadt unseren Blick beeinflusst, dann ist sie ihrerseits davon beeinflusst. Genau wie die Literatur.

Santo Piazzese ist Molekularbiologe und hat bis vor wenigen Jahren an der Universität Palermo gelehrt und geforscht. 1998 erschien sein erster Roman – Die Verbrechen in der Via Mediana-Sidonia – auf Deutsch bei Dumont; 2000 folgte das Doppelleben von M. Laurent (beide Ü Monika Lustig). In ihnen ermittelt der Hobbydetektiv Lorenzo La Marca, Hausfreund, Trauzeuge von Vittorio Spotorno, das erwachsenere Alter-Ego des Autors. Allein die Titel seiner Erzählungen, Beiträge, Reportagen, Radio-Features füllen mehrere Seiten. Er verfasst auch Buchkritiken für La Repubblica u. a. gekrönt wird sein Schaffen von zahlreichen Preisen und ist Thema mehrerer Dissertationen in Italien, Frankreich, Österreich.

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