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Pressemeldungen

Pressemeldungen und Kontakt

Für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Veranstaltungen ist großenteils Judith Krieg zuständig. Wenden Sie sich mit Ihren Anfragen und Rezensionsexemplaren wegen deshalb bitte an:

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  – Edition Converso
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Seit dem Frühjahr 2020 stellen wir hier Pressemeldungen zur Verfügung. Sollten Sie einen Text zu einem älteren Titel benötigen, dann kontaktieren Sie uns gern unter presse@edition-converso.com.

Chaza Charafeddine: Beirut für wilde Mädchen

Chaza Charafeddine: Beirut für wilde Mädchen

„Als ich klein war, wünschte ich mir, ein Junge zu sein. Als Jugendliche wollte ich mich dem bewaffneten Kampf anschließen; später wünschte ich mir nur noch einen Ort, an dem ich bleiben kann. Nichts von alledem ist Wirklichkeit geworden. Dennoch, manches wollte ich nie anders haben: meine Familie, meine Sprache und mein verfluchtes Land.“ So schreibt die libanesische Autorin Chaza Charafeddine in „Beirut für wilde Mädchen“: eine literarische Autobiographie, in der sie aus Sicht eines Kindes, später einer Jugendlichen ihr Aufwachsen im kulturellen und religiösen Schmelztiegel Libanon schildert, mit allen Umbrüchen und Radikalisierungen seit den 70er- und 80er-Jahren. Mit 18 geht sie in die Schweiz und nach Deutschland: Heimat wird ihr nun die Sprache. In seinem Nachwort erläutert Stefan Weidner die literarischen Zusammenhänge und historisch-politischen Hintergründe, von der Gründung des Libanon bis zur Explosion im Beiruter Hafen 2020.

Die Erzählerin besticht durch ihren ironisch-unangepassten Blick auf die vielen, auch tragisch-irrsinnigen Widersprüche des politischen und familiären Lebens: Ihr Freiheitshunger nimmt seinen Anfang in einer katholischen „Christenschule“ in Beirut, wohin die Eltern, eine schiitische Familie, sie und ihre Geschwister schicken, gemäß ihrem Bedürfnis, Teil der Moderne zu sein. Doch der Ausbruch des Bürgerkriegs treibt die Familie in den Rückzug: Sie suchen Zuflucht in ihrer Identität als Schiiten. Die Tochter politisiert sich und bewahrt gleichzeitig einen unbestechlichen Individualismus. Grund für ihre Auswanderung ist ebenfalls der Wunsch einer „Nur-als Mädchen-Geborenen“, allen beengenden Traditionen zu entfliehen. Ihr kritischer Blick verbindet weiterhin Kulturen und treibt dabei die Brüche ihrer traumatisierten Wahlheimat hervor.

Chaza Charafeddine ist 1964 in Tyros im südlichen Libanon geboren und in Beirut aufgewachsen. Sie hat Pädagogik und Tanz studiert, bevor sie zur Kunst und zum Schreiben fand; obwohl sie sich in vier Sprachen bewegt, verlässt sie sich beim Schreiben nur auf ihre erste Sprache, das Arabische. Mit ihrer Kunst bezieht sie stets Position und ist in Galerien weltweit vertreten. Ihre Texte sind in Anthologien und Magazinen erschienen. Heute lebt Chaza Charafeddine in Deutschland und im Libanon.

Chaza Charafeddine

Beirut für wilde Mädchen

Autobiographischer Roman in zwei Teilen
Aus dem Arabischen von Günther Orth

Mit einem Nachwort von Stefan Weidner

160 S., 18 € [D], 18,60 € [A]
ISBN 978-3-9822252-0-3
ET: 8. Januar 2020

 

 

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Zu Leonardo Sciascias 100. Geburtstag am 8. Januar 2021

Zu Leonardo Sciascias 100. Geburtstag am 8. Januar 2021

Neuerscheinung „Ein Sizilianer von festen Prinzipien“ präsentiert essayistische Erzählungen in Erstübersetzung

Am 8. Januar 2021 wäre Leonardo Sciascia hundert Jahre alt geworden. Unsere Gegenwart hätte reichlich Stoff bereitgehalten für den sizilianisch-europäischen Intellektuellen mit dem aufklärerisch-politischen Antrieb und dem untrüglichen Blick für gesellschaftliche Fehlentwicklungen. Wir können uns weiter an sein Werk halten und von ihm lernen, unter die Oberfläche zu schauen, uns von der Vernunft leiten zu lassen.

Leonardo Sciascia wurde zunächst mit Kriminalromanen wie „Der Tag der Eule“ und „Todo modo oder das Spiel mit der Macht“ bekannt, in denen er die Verbindungen zwischen Politik und organisierter Kriminalität freilegte. Doch die Engführung des Blicks auf diese Bücher – so innovativ sie als Demontage des Kriminalgenres auch waren – wird dem Autor nicht gerecht: Zu den größten Höhen schwang er sich mit seinen literarisch-historisch-soziologischen Essays und Romanen auf, mit seinen Rekonstruktionen und Fallbeschreibungen in Nachfolge Manzonis. Jahrzehntelang war er eine der prägenden intellektuellen Figuren Italiens, schrieb in allen Genres. So entstand etwa „Die Affäre Moro“, ein Pamphlet, in dem er darlegte, wie die Christdemokraten ihren Vorsitzenden im Stich gelassen hatten. Als pointierter, teils provokanter Kommentator in den großen italienischen Zeitungen war er bekannt und gefürchtet, auch in Frankreich und Spanien, wo er regelmäßig publizierte.

Als Hommage an den Mann mit dem unabhängigen Geist und der spitzen Feder erscheint am 8. Januar 2021 ein „Ein Sizilianer von festen Prinzipien“: ein Band mit zwei literarischen Fallbeschreibungen, „Tod des Inquisitors“ und „Der Mann mit der Sturmmaske“. Die Beschreibung eines Falls aus der Zeit der Spanischen Inquisition in Sizilien lag Sciascia von all seinen Texten besonders am Herzen: Sie bildet einen Angelpunkt seines Werks, das sich stets um das Problem der Gerechtigkeit dreht. Im Zentrum des Essays steht der als Häretiker angeklagte Mönch Fra Diego La Matina, der seinem Folterer, dem Inquisitor, den Schädel einschlug und dafür auf dem Scheiterhaufen landete. Doch wieso wurde der Geistliche überhaupt verfolgt? Was warf ihm die Inquisition vor? Diese war damals die mächtigste aller Organisationen, stand über Verfassung, König und Papst und wurde gestützt von 1000 familiari, Delinquenten auch aus den obersten Gesellschaftsschichten.

Sciascia heftet sich auf die Spuren eines Menschen mit sozialem Gewissen und analysiert dabei das Unrechtssystem der Inquisition, die „weit davon entfernt ist, nicht mehr in der Welt zu existieren“. Entsprechend hält der Text ein Instrumentarium für die Nachwelt bereit: Wie erkennen wir Mechanismen der Macht, Gefahren, die aufkommen, wenn es keine regulierenden Instanzen gibt? Wie benennen wir die Fehler der Vergangenheit und erkennen sie in der Gegenwart wieder? Wie halten wir die Freiheit des Individuums hoch, wie die Wehrhaftigkeit der Demokratie? Diese Fragen sind nach Sciascia jedem von uns aufgegeben. Abgerundet wird der Band durch den biographischen Essay „Klarheit, Vernunft und Häresie“ von Maike Albath und die Abhandlung „Ironie – ein sizilianisches Instrument des Überlebens“ von Santo Piazzese.

Leonardo Sciascia

Ein Sizilianer von festen Prinzipien

Essayistische Erzählungen.
Aus dem Italienischen von Monika Lustig unter Verwendung einer Übersetzung von Michael Kraus.
Mit einem Grußwort von Monika Lustig.

192 S., 23 € [D], 23,70 € [A] ISBN 978-3-9819763-9-7

 

 

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Maja Gal Štromar: Denk an mich, auch in guten Zeiten

Maja Gal Štromar: Denk an mich, auch in guten Zeiten

Es gibt … nur eine Wahrheit, wir alle haben Väter. Und der können wir nicht entkommen. Diese Erkenntnis bildet den Unterstrom von „Denk an mich, auch in guten Zeiten“ der slowenischen Autorin Maja Gal Štromar, ein „Brief an den Vater“ aus weiblicher Hand. In den fünf Tagen zwischen Tod und Beisetzung umkreist die Schreibende die Figur ihres verstorbenen Vaters: Sie formt eine bildmächtige Stimme, eine mal dahinbrausende, mal tastend-assoziative, jedoch immer hypnotische Erzählbewegung, um den ins Netz zu bekommen, der sich zu Lebzeiten stets entzog und nun sogar mit seinem Versprechen einer Unendlichkeit gebrochen hat.

Wer war er, der großzügige „König“, der es nach außen hin allen rechtmachte, für alles und jeden Verantwortung übernahm, sich hinter den Kulissen, der eigenen Familie gegenüber aber schweigsam zurückzog oder trunken wütete? Der „Herzenswaise“, der nichts lieber sein wollte als ein Sohn? Sein eigener Vater, ein Widerstandskämpfer, wurde kurz nach seiner Geburt ermordet, in der persönlichen Geschichte scheinen die blinden Flecken der mitteleuropäischen Historie auf. Und während die Erzählerin nach dem Vater tastet, erschafft sie sich selbst neu: Wie im Theater finden wir in ihrem selbstironischen Monolog die Rollen der Trauernden und Glücklichen, der Tochter, Schwester, Braut, Kontrahentin, Rivalin, folgsamen Pionierin in einer Person vereint. Am Ende ist ihr das scheinbar Unvereinbare gelungen: loszulassen und zugleich anzunehmen. Sie hat sich befreit, das Haus der Kindheit niedergebrannt, das Vermächtnis des Vaters ausgegraben, sich aufs Verzeihen zubewegt.

Maja Gal Štromar, geboren 1969 in Novo Mesto, lebt in Ljubljana. Sie ist eine echte Renaissancenatur: Schauspielerin, Theater- und Filmregisseurin, Dichterin, Romanschriftstellerin, Übersetzerin. Für den hier in Übersetzung vorgelegten Roman wurde sie von der Kritik gefeiert; ihr Roman Ženska drugje kam in die Auswahlliste für den Kresnik-Literaturpreis – Bester Roman des Jahres 2017.

 

Maja Gal Štromar

Denk an mich, auch in guten Zeiten

Roman. Aus dem Slowenischen von Ann Catrin Bolton mit einem Nachwort von Slavo Šerc

208 S., 20 € [D], 20,60 € [A]
ISBN 978-3-9819763-8-0
ET: 18 September 2020

 

 

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Maria Attanasio: Der kunstfertige Fälscher.

Ausführliche Notizen über den kuriosen Fall des Paolo Ciulla aus Caltagirone

Paolo Ciulla, größter Geldfälscher der italienischen Geschichte, landet 1923 in Catania auf der Anklagebank: Er hat eine Flut von Blüten, schöner als das Original, auf den bedürftigen Teil der sizilianischen Bevölkerung niedergehen lassen. Wie konnte aus dem hochtalentierten Maler ein moderner Robin Hood werden, der schließlich im Armenhaus endet?

Die sizilianische Autorin Maria Attanasio heftet sich in ihrem Roman auf die Spuren eines überreichen Lebens, Kaleidoskop politischer und künstlerischer Utopien und historischer Umbrüche, das unserer Krisenzeit einen Spiegel vorhält: Vom Sizilien des 19. Jahrhunderts, geprägt vom Kampf um soziale Gerechtigkeit, zieht es Ciulla – den Maler, Pionier der Fotografie, Sozialisten – nach der Niederschlagung der Arbeiter- und Bauernbewegung ins Paris von Picasso und Modigliani, mit der Auswandererwelle nach Südamerika und wieder zurück nach Catania. Ein Roman über eine in jeder Hinsicht eigenwillige Figur, die in einer Zeit der Epidemien, der Bankenskandale, der großangelegten Fälschungen und gesellschaftlichen Erdrutsche ihre Kunst zu Hilfe nimmt, um den Menschen gerecht zu werden. Ein System zu untergraben, dessen Mechanismen auch heute bestens bekannt sind: „Die Welt ist eine des Betrugs, der Fälscher hält ihr nur den Spiegel vor.“ Und gleichzeitig ein Roman über Leidenschaften und die Unmöglichkeit einer Flucht vor sich selbst: Paolo Ciulla lebt seine Homosexualität generös aus und sucht sie doch zu verbergen.

So vielschichtig wie ihre Figur ist auch Maria Attanasios fabulierende Geschichtsschreibung im Geiste einer Ästhetik des Widerstands, die immer ein Anschreiben wider das Vergessen ist: wider die Auslöschung individueller Schicksale, wider die blinden Flecken der offiziellen Historie, wider die Launen des Zeitgeists. Hierbei geht es auch um einen anderen Blick auf Sizilien, das entgegen abgeschmackter Urteile ein Land der kämpferischen Vordenker ist. Für den Roman über Paolo Ciulla erhielt die vielfach preisgekrönte Dichterin, Romancière und Essayistin den Superpremio Elio Vittorini.

 

Maria Attanasio

Der kunstfertige Fälscher

Ausführliche Notizen über den kuriosen Fall des Paolo Ciulla aus Caltagirone

Aus dem sizilianischen Italienisch von Michaela Wunderle und Judith Krieg

224 S., 18 € [D], 18,60 € [A]
ISBN 978-3-9819763-7-3
ET 1. September 2020

 

 

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Hussein Bin Hamza Ich spreche von Blau, nicht vom Meer

Ich lebte so fremd / wie in einem übersetzten Gedicht: Wählt sich ein syrisch-kurdischer Dichter das als Motto seiner Sammlung von Gedichten, die zum größten Teil, nach langer Schaffenskrise noch in der Heimat, in Deutschland dann entstanden sind, fällt dem gebannten Leser unmittelbar die Rolle des Navigierenden zwischen den zwei Polen zu: Das Über-setzen in „Ich spreche von Blau, nicht vom Meer“ ist ein dialogträchtiger Akt der Ichwerdung unter rauen Bedingungen. Und doch bricht bei Hussein Bin Hamza auch aus den feinsten Ritzen seines Dichterboots immer wieder Humor sich Bahn, besonders in dem Teil, der dem Deutschen (Nachbarn, Sprache, Mitmenschen) gewidmet ist. Stolz wirft er, der sich gerne auf dem Teppich der deutschen Sprache ergeht, auch die ganz heutigen, schmerzlichen Themen – Flucht, Ablehnung, Fremdenhass – in das Rüttelsieb seiner Sprache, durch das er die Existenz bis auf die Knochen freilegt. Am Ende muss er „etwas in Händen halten“, ganz ohne orientalische Blumigkeit findet jene letzte Substanz Eingang in seine Gedichte. Meisterlich geht er die ewigen Themen – Gott, Dichtung und Eros an:

NUR ZWEI HÄNDE
Nur zwei Hände warst du / bis Gott einen Körper schuf, der zu ihnen passte / Er dachte /
dass du sicher etwas brauchen würdest / um dich selbst zu umarmen.

Hussein Bin Hamza ist in al-Hasaka im Nordosten Syriens geboren und später nach Beirut gegangen, wo er für renommierte Zeitungen geschrieben hat. Er hat zwei Gedichtbände auf Arabisch veröffentlicht und ist Herausgeber zahlreicher Werke zur Politik und Soziologie. Seit 2017 lebt Hussein Bin Hamza mit seiner Familie in der Nähe von Hannover. „Ich spreche von Blau, nicht vom Meer“ wurde mit dem Chamisso-Publikationsstipendium 2019 der Bayrischen Akademie der Schönen Künste ausgezeichnet.

 

Hussein Bin Hamza

Ich spreche von Blau, nicht vom Meer

Gedichte

arabisch/deutsch
Übersetzt von Günther Orth
Hrsg. von Monika Lustig
Mit einem Nachwort von Michael Krüger

96 S. / 17 € [D], 17,50 € [A]
ISBN 978-3-9819763-6-6
ET 25. Februar 2020

 

 

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Belinda Cannone Vom Rauschen und Rumoren der Welt

Jodel arbeitet als Toningenieur bei der Polizei, wo er Aufnahmen analysiert, um zur Aufklärung von Verbrechen beizutragen. Als er die elfjährige Jeanne kennenlernt, begreift er schnell, dass sie an derselben Gabe „leidet“ wie er: an Hyperakusis, einem extremen Hörvermögen. Die beiden freunden sich an: Jodel will Jeanne das zielgerichtete Hören beibringen, damit sie nicht im Lärm der Welt ertrinkt. Außerdem macht er die Bekanntschaft von Ulan, einem Russen, der in einem verlassenen Industriegelände mit anderen Ausgebooteten aus aller Herren Länder haust. Und er trifft Jeannes Mutter, Jaumette, eine Komponistin, und verliebt sich in sie.

Belinda Cannones Roman „Vom Rauschen und Rumoren der Welt“ zieht die Leser in den Sog von Jodels Nachdenken über die Liebe, die Welt und die Sonderlinge in ihr: Wie gelingt es uns, inmitten von Chaos und Gewalt nicht die Ohren zu verschließen, sondern unseren moralischen Kompass zu bewahren? Wie bleiben wir empfänglich für den Lärm des Lebens, und wie können wir daraus Musik gewinnen? Und wo ist ein Platz für Menschen, die nicht der Norm entsprechen? Die französische Autorin entfaltet ein Netz aus Begegnungen, und ein erotisches Szenario, dessen Fäden sie in die Hände der Komponistin Jaumette legt, der „Ordnerin des Klangchaos“. Ein hochaktueller, sinnlicher Ideenroman, der dem Schrecklichen und dem Schönen gleichermaßen nachlauscht und beim Zuhören Widerstandskräfte entwickelt.

Belinda Cannone, von sizilianisch-korsischen Eltern in Tunesien geboren, als französische Autorin zum ›Chevalier de la Légion d’Honneur‹ ernannt, hat zahlreiche Romane, darunter „L’Homme qui jeûne“, „Nu intérieur“ verfasst. Als Essayistin ist sie eine gewichtige Stimme in der internationalen Feminismusdebatte; ihre Essays „L’Ecriture du désir“; „La Sentiment d’imposture“ wurden mit bedeutenden Preisen ausgezeichnet. Sie lehrt als Assistenzprofessorin für vergleichende Literatur-wissenschaften an der Universität Caen Basse-Normandie.

Belinda Cannone

Vom Rauschen und Rumoren der Welt

Roman aus dem Französischen von Claudia Steinitz und Tobias Scheffel
256 S., 22 € [D], 22,70 € [A]
ISBN 978-3-9819763-4-2

 

 

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Gazmend Kapllani: Unentbehrliches Handbuch zum Umgang mit Grenzen

„Einen Migranten kann man erst verstehen, wenn man seine Geschichte gehört hat“: In seinem biografischen Essay erzählt der albanische, auf Griechisch schreibende Autor Gazmend Kapllani von den Jahren im „Irrenhaus“ des stalinistischen Regimes, von seiner Flucht nach Griechenland und vom schwierigen Ankommen am Sehnsuchtsort, der „Welt jenseits der Grenze“. Gemeinsam mit seinen Leidensgenossen landet er in einem griechischen Flüchtlingscamp: ein weiteres System von Unmenschlichkeit und Absurditäten, dem er dank eines Filmregisseurs entkommen kann. Doch die Bilder vom Goldenen Westen prallen auf eine Realität, die trotz vermeintlich gelungener Integration eine fremde bleibt.

Die von schwarzem Humor grundierten Schilderungen des Alltags in Albanien und im griechischen Flüchtlingscamp wechseln sich ab mit tiefgründig-selbstironischen Reflexionen über das Migrantensein und die Bedeutung von Grenzen, den sichtbaren wie den unsichtbaren. Wie umgehen mit der Zerrissenheit, mit der trügerischen Erinnerung und mit der Furcht der Einheimischen gerade vor denen, die wirklich angekommen, eben nicht mehr „anders“ sind? Ein Lehrstück über das Migrantenschicksal durch die Generationen hinweg, das heute mehr denn je seine dramatische Gültigkeit behauptet.

Gazmend Kapllani, 1967 in Lushnja, Albanien geboren, erlitt mit seiner Familie unter Enver Hodschas Regime massive Repressionen. 1991 flüchtete er nach Griechenland, wo er 24 Jahre unter anderem als Universitätsdozent und Journalist großer Tageszeitungen wirkte. Im Interview am Ende des Handbuchs streift Kapllani die schmerzhafte Erfahrung von Schikanen durch die neofaschistischen Rechten in Griechenland, die letztendlich zur Ablehnung seines Einbürgerungsgesuchs durch eine linke Regierung geführt hat. Heute lebt Gazmend Kapllani als Universitätsdozent in den USA und fühlt sich mehr denn je als leidenschaftlicher Europäer.

Gazmend Kapllani

Unentbehrliches Handbuch zum Umgang mit Grenzen

Biografischer Essay
Aus dem Griechischen von Nina Bungarten
Mit einem aktuellen Interview des Autors
176 S. / 19 € [D], 22,70 € [A]
ISBN 978-3-9819763-5-9

 

 

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Vom Grenzsyndrom, Fremd-Sein und von der Liebe zu Europa. Interview mit Gazmend Kapllani:

Vom Grenzsyndrom, Fremd-Sein und von der Liebe zu Europa: der albanische Autor Gazmend Kapllani

Der albanische, auf Griechisch schreibende Autor Gazmend Kapllani erzählt in seinen Büchern die Geschichte Europas von den Peripherien aus, „denn von diesem Blickwinkel aus, davon bin ich fest überzeugt, ist sie viel besser zu beobachten“. Sein Unentbehrliches Handbuch zum Umgang mit Grenzen (ET 25. Februar) wird dabei zur Chiffre für das Schicksal des Migranten, der Fremder bleibt, so gut er auch integriert sein mag, und für eine „Heimat“, die sich nicht verorten lässt.

Hier ein Auszug aus dem Interview am Ende des Bandes: Kapllani berichtet darin auch über die Ablehnung seines Einbürgerungsantrags in Griechenland.

Wir lesen heutzutage in der deutschen Presse so manches über das stalinistische Regime unter Enver Hodscha: Es heißt, diese historische Periode sei nicht gründlich genug oder überhaupt nicht aufgearbeitet.

Gazmend Kapllani: „Dieses blutrünstige Regime hielt das Land für ein halbes Jahrhundert vom Rest der Welt isoliert und verwandelte es in einen tristen und paranoiden Menschenzoo, in dem jedoch selbst die Zoobesucher verboten waren. Das politische und kulturelle Desaster, das daraus resultierte, ist nur schwer zu beschreiben; seine Auswirkungen jedoch werden noch weitere Generationen beschäftigen. Diktaturen dieser Art sind wie Atombomben. Albanien lässt sich nur begreifen, wenn man es auch als festen Bestandteil der mühsamen, qualvollen, aufgewühlten Geschichte Europas insgesamt beurteilt, d. h. wenn man es als Teil Osteuropas während des Kalten Kriegs betrachtet. (…)

Zum Thema Aufarbeitung in concretis: Auf der einen Seite haben wir es mit einem kleptokratischen und mafiösen Kapitalismus zu tun, auf der anderen mit einer finsteren Vergangenheit, die Tag für Tag unser Gewissen vergiftet hat. Wir stehen vor der Notwendigkeit, uns der quälenden Gewissensfrage zu stellen, nämlich zu klären: Wie ist es möglich, dass ein Großteil der albanischen Gesellschaft zum Erfüllungsgehilfen, zum Komplizen eines so unmenschlichen Regimes wurde? Genau darum geht es ja. Doch um dieser großen Verpflichtung nachkommen zu können, bedürfen wir einer kleinen Unterstützung seitens unserer europäischen Freunde. Nach so vielen Jahren der Selbstisolation müssen wir uns als Teil des europäischen Kontinents fühlen, als Teil der Europäischen Union. Für uns ist das eine existenzielle Frage.“

Als die griechischen Autoritäten dir nach 24 Jahren im Land die griechische Staatsangehörigkeit verweigert haben, welche waren deine Reaktionen? Sicherlich war es eine bodenlose Enttäuschung?

Kapllani: „Das ist eine sehr schmerzhafte Geschichte. Es handelt sich in der Tat um einen echten juristischen und politischen Skandal; zugleich ist die Geschichte sehr komplex. Denn in Griechenland bin ich zu einem überaus bekannten Schriftsteller und Journalisten geworden. Doch genau aus diesem Grund geriet ich auch ins Visier obskurer Apparate des griechischen Staats und der Faschisten. Griechenland ist ein besonders ungastliches Land gegenüber jedwedem, der einer Minderheit angehört – mit Ausnahme der Minderheit der Touristen. (…) Auf der Gegenseite steht die griechische Linke, die zwar gastfreundlicher und gegenüber den Einwanderern offener ist, jedoch oft von einer stark populistischen und extrem autoritären Mentalität beherrscht ist. Diese Linke kann gegenüber einem kritischen und unabhängigen Denken äußerst misstrauisch sein, besonders wenn dahinter Personen stehen, die sich am Rande des Systems befinden. Es war in der Tat die regierende Linke, die auf die zynischste Weise, die man sich nur vorstellen kann, meinen berechtigten Antrag auf griechische Staatsbürgerschaft abgewiesen hat. Indem sie das tat, ist sie paradoxerweise einem der großen Anliegen der extremen Rechten und der griechischen Neonazis nachgekommen. (…) Griechenland nach so vielen Jahren zu verlassen (…) habe ich als regelrechte Verstümmelung auf kultureller und persönlicher Ebene erlebt, als hätte man mich eines oder mehrerer Gliedmaßen beraubt. Die Spuren, die dieser Akt der Gewalt in mir hinterlassen hat, sind tief, und ich hoffe, sie literarisch eines Tages verarbeiten zu können: Mir daraus eine Lebensphilosophie schmieden.

Meines Dafürhaltens bin ich jetzt, da ich in den USA lebe, mehr Europäer geworden. Hier habe ich die Möglichkeit, die moderne europäische Geschichte zu unterrichten. Meine Herkunft aus dem Balkan gestattet mir einen anderen und noch vielschichtigeren Blick auf Europa. Ich vermittle meinen Studenten viel Wissen über die Balkanstaaten und Osteuropa, damit sie lernen: Europa ist nicht gleichbedeutend mit jenen sechs oder sieben reichsten nordeuropäischen Ländern. (…)“

Gazmend Kapllani, 1967 in Lushnja, Albanien geboren, erlitt mit seiner Familie unter Enver Hodschas Regime massive Repressionen. 1991 flüchtete er nach Griechenland, wo er 24 Jahre unter anderem als Universitätsdozent und Journalist großer Tageszeitungen wirkte. Heute lebt Gazmend Kapllani als Universitätsdozent in den USA. In seinem biografischen Essay Unentbehrliches Handbuch zum Umgang mit Grenzen berichtet er von den Jahren unter der Diktatur, von seiner Flucht und vom schwierigen Ankommen am Sehnsuchtsort.

Gazmend Kapllani

Unentbehrliches Handbuch zum Umgang mit Grenzen

Biografischer Essay
Aus dem Griechischen von Nina Bungarten
Mit einem aktuellen Interview des Autors
176 S. / 19 € [D], 22,70 € [A]
ISBN 978-3-9819763-5-9

 

 

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