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Hussein Bin Hamza

Hätten sie doch nie die Grenzen für uns geöffnet

Hussein Bin Hamza

1

Mit den Küchenmessern, die wir bei uns trugen
in unseren armseligen Bündeln
schälten wir das Obst
das die Gastgeber im Exil uns reichten.
In den alten Schubladen der Lager, die uns aufnahmen
verwahrten wir sie
geschliffen und poliert
um unsere Narben aufzureißen, sobald sie eine Kruste trugen.
Eilig machten wir Selfi es
in unserem Kleidern noch nass von dem Meer
das unsere Angehörigen verschlungen hat.
Wir redeten mit einem Mal in neuen Sprachen
uns selbst unverständlich
teilten auf Facebook Bilder von mitreißenden Landschaften
wo wir uns auf Wiesen wälzten wie glückliche Stiere.
Mit den Messern jedoch, die wir versteckt hatten
in den Schubladen
geschliffen und poliert
werden wir einander die Messerstiche heimzahlen
Wie wir in der Heimat es zu tun gedachten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Übersetzung aus dem Arabischen: Hussein Gaafar, bearbeitet von Monika Lustig)

2

Wären wir doch die Flüchtlinge aus unseren alten Träumen geblieben
wo wir mit verbundenen Augen loszogen
den vor uns ausgestreuten Sternen folgten
und an unsichtbare Türen klopften.
Hätten wir doch unsere Kleider nicht mit dem Schlamm fremder Wälder beschmutzt
Unsere Taschen nicht hinter uns her gezerrt
vollgestopft mit Fetzen und Erinnerungen.
Hätten wir doch unsere Vergangenheit nicht über Bord geworfen
um die Ladung der Flüchtlingsboote zu erleichtern.
Hätten sie uns doch in den Flüchtlingslagern, den Sporthallen
den leeren Sommerschulen aufgestapelt gelassen.
Hätten die Zeitungen und die Nachrichten doch unsere Fotos nicht verbreitet
dann hätte keiner gemerkt:
die Ertrunkenen sind nicht darauf zu sehen. FÜR EINE NEUE GEBRAUCHSLYRIK IN HEUTIGER ZEIT
Wären wir doch nicht gezwungen gewesen, neue Sprachen durchzukauen
die nach den verhassten Gerichten unserer Kindheit schmecken.
Hätten wir doch nicht alles hinter uns gelassen
uns nicht umgedreht, um gemeinsam und allein
unserer neuen Abgeschiedenheit entgegenzutreten:
Wären wir doch Flüchtlinge weder im hier noch im dort
sondern im eigenen Innern geblieben.
Wie Blinde folgten wir dann den vor uns ausgestreuten Sternen
klopften an unsichtbare Türen.
Hätte doch die Last der Erinnerungen uns in die Tiefe gezogen
noch bevor wir den Strand erreichten
Wären wir doch hängengeblieben
zwischen dem, was wir aufgaben
und allem, hinter dem wir hergelaufen sind, wie echte Amateure.
Hätten sie doch nie die Grenzen für uns geöffnet.

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